31.07.2023

Erneute Vereinfachung der ESRS-Entwürfe (06.2023)

Nach zahlreichen fachlichen Stellungnahmen und Eingaben von diversen Interessensvertretern sowie…

Nach zahlreichen fachlichen Stellungnahmen und Eingaben von diversen Interessensvertretern sowie von EU-Wirtschaftsvertretern schlägt die EU-Kommission in 06/2023 folgende Vereinfachung für den Nachhaltigkeitsbericht vor:

1. Ausweitung der Wesentlichkeitsbetrachtung

Die Wesentlichkeitsbetrachtung ist auch auf nahezu sämtliche „allgemeine Angaben“ (ESRS 1) anzuwenden, woraus deutlich weniger Pflichtangaben für zahlreiche Unternehmen resultieren. Bisher waren hier Pflichtangaben vorgesehen.

2. Verschiebung des Erstanwendungszeitpunktes einzelner berichtspflichtiger Angaben für Betriebe < 750 Mitarbeiter

Erstberichterstattung in 2027 für 2026; anstelle in 2026 für 2025.

Um 1 Jahr aufgeschoben werden die Angaben zu:

  • „Bericht über Scope-3-Emissions (ESRS E1)“, d.h. Angaben zur indirekten Freisetzung klimaschädlicher Gase (THG: Treibhausgasemissionen) in der vor- und nachgelagerten Lieferkette.
  • „Datenpunkte zur eigenen Belegschaft (ESRS S1)“

Erstberichterstattung in 2028 für 2027; anstelle in 2026 für 2025.

Um 2 Jahre aufgeschoben werden die Angaben zu:

  • Biodiversität und Ökosysteme (ESRS E4)
  • Arbeitnehmer in der Wertschöpfungskette (ESRS S2)
  • Betroffene Gemeinschaften (ESRS S3)
  • Verbraucher und Endnutzer (ESRS S4)

3. Vereinfachungen für alle Betriebe – Reduktion der Pflichtangaben

Die Angabe der finanziellen Auswirkungen in Bezug auf alle Umweltziele ist nicht mehr verpflichtend, sondern kann nunmehr auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Angabe der finanziellen Auswirkungen in Bezug auf den Klimawandel ist hiervon ausgenommen, d.h. weiter Pflichtangabe in diesem Bereich.

Daneben werden ausgewählte Pflichtangaben zu freiwilligen Angaben umgewidmet, z. B. die Pflicht zur Erklärung und Erläuterung, warum aus Gründen der Wesentlichkeit auf einzelne Angaben verzichtet wird.

Green Deal der EU – Die Idee kurz skizziert (vorheriger Artikel) Welche neuen gesetzlichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit treffen die Unternehmen? (nächster Artikel)

Das könnte Sie auch interessieren

  • Inhaltliche Vorgaben zu allen Abschnitten der Nachhaltigkeitsberichterstattung

    Grundsätzliche Offenlegungspflichten Die „Offenlegungsanforderungen“ und „Datenpunkte der einzelnen Standards“ sind...
    Mehr...
  • Welche Auswirkungen ergeben sich konkret für die betroffenen Unternehmen?

    Neben anhand derer die Einzeldaten der EU Taxonomie-Verordnung aufgezeichnet und...
    Mehr...
  • Exemplarische Gliederung einer Nachhaltigkeitsberichtserstattung für Großunternehmen (> 250 MA) nach dem deutschen Nachhaltigkeitskodex, DNK (Kriterium 1-20) – Über was ist zu berichten?

    Nachfolgend geben wir eine erste Vorstellung über die möglichen Berichtsbestandteile...
    Mehr...

Vertrauen verantwortungsvoll übertragen
Expertise der EXPERTskills

Expertise für sich zu reklamieren ist einfach. Sie unter Beweis zu stellen alternativlos. Darum greift EXPERTskills auf ein erfahrenes Redaktionsteam zurück, das sich ausschließlich aus Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern zusammensetzt, die über eine langjährige Berufserfahrung in der Praxis verfügen. Dadurch werden alle Themen praxisnah und rechtlich abgesichert dargestellt.

Vertrauen Sie den Experten. Vertrauen Sie EXPERTskills.